Amerikanische Kommentatoren spekulieren, ob 2014 zum Jahr eines Krieges zwischen den USA und China werden könnte, gegen alle Vernunft und gegen alle guten Absichten beider Länder, die ökonomisch aufs Engste miteinander verflochten sind. Die Geschichte des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren lehrt ja, dass selbst intensive wechselseitige Abhängigkeit nicht davor schützt, sich kollektiv ins Verderben zu stürzen. In seinem 1910 erschienenen Bestseller «Die grosse Illusion», in 15 Sprachen übersetzt, argumentierte der britische Journalist Norman Angell, dass angesichts der ökonomischen Verflechtung zwischen den grossen Mächten der Krieg seinen Sinn verloren habe. In einer globalisierten Wirtschaft seien territoriale Grenzen bedeutungslos geworden; ein Krieg nütze niemandem mehr, sondern schade allen gleichermassen. Doch 1914 waren die politischen Leidenschaften stärker als ökonomisch fundierte Rationalität. Hundert Jahre später ist man sich in Washington und Peking der Risiken einer Eskalation höchst bewusst. Dennoch spielt die chinesische Führung mit dem Feuer, indem sie einen aggressiven, nationalistischen Kurs gegenüber Nachbarn nutzt, um die eigene Herrschaft zu Hause abzusichern. Chinas Nachbarn ihrerseits bemühen sich nach Kräften, Amerika zu ihrem Schutz zu verpflichten. Ein Spiel mit hohen Einsätzen und beträchtlichem Risiko.

Den vollständigen Text dieses Artikels können Sie in der Neuen Zürcher Zeitung lesen.