Die Geschichte ist nicht zu Ende, keineswegs; aber wir Europäer haben uns doch aus so mancher Geschichte weitgehend verabschiedet, auf leisen Sohlen. Wer sich den immer brutaleren Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Nahen Osten anschaut, der kommt gar nicht erst auf die Idee, dass die Europäer irgendetwas damit zu tun haben könnten, weder als Teil des Problems noch als Teil der Lösung. Die Player in der Region sind zuallererst Saudiarabien, Führungsmacht der Sunniten, und Iran, Führungsmacht der Schiiten (alliiert mit der alawitischen Führung in Syrien). Hinzu kommen Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei als weitere wichtige regionale Mächte; Ägypten ist derzeit wegen innerer Instabilität aus dem Spiel. Und immer noch, trotz allem, bleiben die USA die Schlüsselmacht von aussen: zwar in der Lage, Hegemonie auszuüben, aber immer weniger bereit dazu, in die Region ernsthaft zu investieren. Länder wie Frankreich, Grossbritannien, Deutschland oder die EU dagegen kommen in den regionalen Machtkalkülen gar nicht vor.

Das mag den europäischen Steuerzahler freuen: Wer sich nur wenig engagiert, hat auch nur geringe Kosten. Auch für Europas Diplomaten und Aussenpolitiker ist dieser Stand der Dinge keineswegs unbequem.

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