«Wer führt eigentlich in Europa?», fragt der Freund aus Washington. Die Ukraine-Krise hat die alte Konstellation wiederbelebt: Amerika drängt, Europa zögert. Amerika will Russland bestrafen, Europa weiss nicht genau, was es will. Also braucht es Führung, Leadership, sagt der Freund. Aber wer führt eigentlich in Europa? Angela Merkel? Wenn Merkel führt, warum sehen wir dann keine Resultate?

Eine schwierige Frage. Die Schwierigkeit fängt an mit der Definition dessen, was Europa ist. Es gibt das geografische Europa, eine Ansammlung von Staaten ohne klare Abgrenzung nach Osten und Südosten. Und es gibt die EU, 28 Staaten, die sich eng und auf Dauer verbunden haben und sich gerne als «Europa» bezeichnen – ungeachtet der Tatsache, dass Europa viel mehr ist als die EU.

Die Hauptstadt der EU ist Brüssel. Geführt wird die EU mehr oder weniger offiziell vom Europäischen Rat, also von den Mitgliedstaaten, und dessen Präsident heisst derzeit (noch) Hermann Van Rompuy, ein Belgier. Ein zweiter Präsident steht der EU-Kommission vor, die EU-Regeln entwickelt und deren Einhaltung überwacht, das ist derzeit José Manuel Barroso, ein Portugiese, ab dem 1. November dann Jean-Claude Juncker aus Luxemburg. Ein dritter Präsident sitzt dem EU-Parlament vor, der (gerade wiedergewählte) Martin Schulz, ein Deutscher.

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