Nicht wenige Auguren sehen einen neuen Kalten Krieg heraufziehen zwischen Russland und dem Westen. Der russische Präsident Wladimir Putin erinnert daran, dass Russland «eine der mächtigsten Nuklearmächte ist». In den USA wie in Europa ist wieder von Eindämmung die Rede; der berühmte Artikel des amerikanischen Diplomaten George Kennan von 1947, der ein «containment» der Sowjetunion empfahl, findet eine neue Generation von Lesern. Und nicht wenige in Russland und im Westen scheinen recht problemlos zurückzuschwingen in den Modus der Konfrontation des Kalten Kriegs. Tatsächlich hat die heutige Führungsgeneration zumeist noch eine lebhafte Erinnerung an diese Zeit; für viele, die heute in Verantwortung stehen, waren es die prägenden Jahre. Dazu zählt nicht ganz zufällig auch der ehemalige sowjetische Geheimdienstmann Wladimir Putin, der Ende 1989 in Dresden den Sturm von Demonstranten auf die KGB-Residenz an vorderster Front miterlebte.

Doch der Schein trügt. Das heutige Russland ist nicht die Sowjetunion. Selbst wenn er wollte, könnte Putin den Westen nicht in einer weltweit ausgetragenen Konfrontation herausfordern; dazu fehlen ihm die Mittel. Die Sowjetunion hatte doppelt so viele Einwohner wie Russland heute. Sie war ökonomisch weitgehend autonom: 1985 machte der Aussenhandel nur 4 Prozent des Bruttoinlandprodukts aus.”

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