Henry Dunant bekam den ersten, im Jahr 1901, für seine Rolle bei der Gründung des Roten Kreuzes. Woodrow Wilson erhielt ihn im Jahr 1919 für den Völkerbund. Der französische Premierminister Aristide Briand und der deutsche Aussenminister Gustav Stresemann wurden mit ihm für deutsch-französische Versöhnung im Jahr 1925 ausgezeichnet. Willy Brandt bekam ihn im Jahr 1971 für die Ostpolitik, Arafat, Rabin und Peres bekamen ihn im Jahr 1994 für Nahostfrieden. Die Rede ist, wovon auch sonst, vom Friedensnobelpreis.

In diesem Jahr wurden die junge Pakistanerin Malala Yousafzay und der Inder Kailash Satyarthi mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, «für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Kindern und Jugendlichen und für das Recht aller Kinder auf Erziehung». Kein Mensch, der bei Sinnen ist und ein Herz hat, kann eigentlich gegen diese Entscheidung sein: Malala ist ohne Zweifel eine Heldin. Eigentlich. Und ja, es lässt sich eine Verbindung herstellen zwischen Erziehung und Frieden: Je mehr man weiss, desto weniger ist man für eine Rhetorik der Feindseligkeit empfänglich. So scheint es jedenfalls auf den ersten Blick. Beim zweiten Hinsehen allerdings kommt man ins Grübeln: Ob diese Verbindung empirisch tatsächlich wasserdicht ist, angesichts der Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts, die nur allzu oft von gebildeten Menschen begangen wurden?

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