Die Karikaturisten, die letzte Woche in Paris von islamistisch inspirierten Attentätern getötet wurden, wussten, welches Risiko sie eingingen. «Ich habe keine Angst vor Racheakten», sagte Stéphane Charbonnier, genannt Charb, 2012. «Ich habe keine Kinder, keine Frau, kein Auto, keinen Kredit. Auch wenn das ein bisschen pompös klingt: Ich sterbe lieber aufrecht, als auf Knien zu leben.» Die Leute von «Charlie Hebdo» haben tagtäglich an der Grenze gelebt und gearbeitet, an der Grenze des guten Geschmacks und an der Grenze der Meinungsfreiheit. Indem sie alle Autoritäten und Religionen aufs Korn nahmen, niemanden als sakrosankt betrachteten, wurden sie zu Vorkämpfern liberal-demokratischer Freiheiten. In anarchischer, in der französischen Aufklärung verwurzelter Weise verteidigten sie das Recht auf Kritik, und zwar in seiner schärfsten Form, als Humor und Satire. Je mehr sie aus islamistischen Kreisen bedroht wurden, umso entschlossener waren sie, für die Prinzipien des säkularen Republikanismus einzutreten.

Dass sie für diese Freiheit gestorben sind, macht die französischen Karikaturisten zu Helden. Solcher Heldenmut, dem postheroischen, ironischen Europa des 21. Jahrhunderts eigentlich fremd, wird in Zukunft weiterhin benötigt werden. Denn die freiheitliche Ordnung Europas bedarf in wachsendem Masse der Verteidigung. Der unsäglich brutal geführte Krieg in Syrien, mit Giftgasangriffen und Enthauptungen, droht täglich auf Europa überzugreifen.

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