Kurz bevor Angela Merkel nach Moskau flog, um Wladimir Putin davon zu überzeugen, keine neue Offensive in der Ostukraine zu starten, hatte sie eine Trumpfkarte schon aus der Hand gegeben: «Deutschland wird der Ukraine keine tödlichen Waffen liefern.» Was ihr blieb als Drohkulisse, war zum einen die Ausweitung der EU-Sanktionen. Doch angesichts der internen EU-Debatten über die Sanktionen mochte man im Kreml zum Schluss kommen, dass man an dieser Front nicht viel zu befürchten habe.

Zum anderen konnte Merkel warnend darauf hinweisen, dass die USA womöglich die Ukraine mit defensiven Waffen ausstatten würden. Doch auch diese Drohung mag man im Kreml mit Achselzucken abgetan haben. Wer das jahrelange Hin und Her Obamas in der Frage des Trainings und der Bewaffnung der Aufständischen in Syrien beobachtet hat, für den ist klar, dass der gegenwärtige amerikanische Präsident alles andere als geneigt ist, sich in schwierige und mit hohen Kosten verbundene Konflikte direkt einzumischen.

Angesichts des Fehlens von ernsthaften Druckmitteln blieb Merkel wohl nur das Zuckerbrot. Ein in wirtschaftliche Not geratenes Russland muss dringend die Beziehungen zum Westen reparieren.

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