Spricht man mit Aussenpolitikern in Berlin und anderswo, hört man es immer wieder: Die Krisen kommen, aber sie gehen nicht mehr. War früher einmal die Stabilität der Normalzustand und die Krise die Ausnahme, so ist heute die Krise zum Normalzustand geworden.

In der EU drohen Grexit und Brexit, vom Osten her bemüht sich ein aggressives Russland, Europa gefügig zu machen und seine Institutionen zu unterminieren, vom Süden strömen die Flüchtlingsmassen auf den Kontinent, um Chaos, Armut und Bürgerkrieg zu entfliehen. Derweil pocht im pazifischen Asien China immer bedrohlicher darauf, ökonomische Stärke in regionale Dominanz umzumünzen, gegebenenfalls auch mit militärischen Mitteln. Krisen können, so der Eindruck, nicht mehr gelöst werden, sie können nur noch beaufsichtigt werden, um den Schaden zu begrenzen und Schlimmeres zu verhindern. Die Hoffnung auf ein Ende der Spannungen ist längst utopisch geworden.

Die Krisendiplomatie, die oft hastige Reaktion auf bedrohliche Ereignisse, dominiert die Agenda der Aussenpolitik des Westens. Dabei gerät die strukturelle Aussenpolitik immer mehr in den Hintergrund – also jene politische Gestaltung der Globalisierung, die noch vor einigen Jahren als eigentlicher Kern einer künftigen Aussenpolitik erschien.

Den vollständigen Text dieses Artikels können Sie in der Neuen Zürcher Zeitung lesen.